Dr. Michael Markert: „Ein Gefühl dafür zu bekommen, was man tun muss, damit auch angekommen ist, was man gemacht hat.“

Michael Markert

LehreLernen: Stellen Sie sich bitte kurz vor.

Michael Markert: Ich bin wissenschaftlicher Mitarbeiter hier in der Arbeitsgruppe Biologiedidaktik und forsche zu historischen Lehrmitteln.

LL: Was hat Sie motiviert, an den LehreLernen-Workshops teilzunehmen?

MM: Das ist natürlich kein Bestandteil des Studiums gewesen. Ich fand es einfach wichtig, mich da in irgendeiner Form weiterzubilden, weil ich selbst auch Lehrveranstaltungen machen darf.

LL: Was waren während der Workshops die wichtigsten Erkenntnisse bzw. was war die eine wichtigste Erkenntnis, die Sie erhalten haben?

MM: Das für mich Zentralste war zu sehen, wie andere mit bestimmten Situationen umgehen und auch, wie sich Lehrkonzepte zwischen verschiedenen Fächern unterscheiden. Inhaltlich habe ich vor allem eine Studierendenorientierung mitgenommen, die ich, glaube ich, vorher so nicht hatte.

LL: Können Sie konkret Dinge benennen, die sich in der Lehre dadurch verändert haben?

MM: Ich setze Sozialformen jetzt in meinen Lehrveranstaltungen gezielter ein. Zudem bin ich mir jetzt auch mehr darüber bewusst, dass bestimmte Aspekte einfach bei Studierenden viel mehr Zeit brauchen, als ich das als Dozent am Anfang geglaubt habe. Deswegen räume ich auch einen gewissen Spielraum ein, um Lernen zu ermöglichen.

LL: Welche Themen bzw. Inhalte haben Sie in den LehreLernen Workshops als besonders wichtig empfunden?

MM: Ich habe eine ganze Reihe von Workshops besucht, einmal das Basic und das Advanced Zertifikat. Ich bin jetzt seit 2009 dabei und schon in einer der ersten Runden gewesen. Besonders spannend fand ich alles, was in die Richtung Beratung geht. Ich habe sowohl einen Workshop zu Beratung in der Hochschullehre als auch zu Doktorandenbetreuung besucht. Das waren Inhalte, die mich besonders interessiert haben. Ich arbeite auch nebenberuflich als Schreibberater und da kommt mir so etwas natürlich sehr entgegen.

LL: Können Sie da jetzt nochmal konkrete Sachen benennen, die Sie verbessert haben?

MM: Mir geht es vor allem um eine generell andere Grundeinstellung. Ich arbeite häufig mit Kleingruppen oder im Einzelgespräch und das ist extrem individuell. Dann mache ich meistens Seminare, die sehr speziell sind. Dabei muss ich mir einfach überlegen, was in dieser spezifischen Situation, die sehr unüblich ist, greift. Im Moment gebe ich ein Projektseminar mit Publikationsabsicht. Wir schreiben dabei mit den Studierenden zusammen an einem Sammelband. Dabei nutze ich eine gewisse Grundorientierung, die ich aus LehreLernen mitgenommen habe.

LL: Und wenn Sie noch einmal an die Atmosphäre innerhalb des Workshops zurück denken, konnten Sie dabei von den Erfahrungen der anderen Teilnehmer/innen oder Workshopleiter/innen profitieren?

MM: Auf jeden Fall. Vor allem, wenn es um sowas wie Einstiege in Unterrichts- oder Lehreinheiten geht und wie man ein gutes Ende findet. Das ist etwas, was ich vorher nie bedacht habe: dass man am Ende das gesichert haben muss, was in einer Sitzung passiert ist, weil natürlich aus Dozentenperspektive immer alles so selbstverständlich ist und da ein Gefühl dafür zu bekommen, was man tun muss, damit auch angekommen ist, was man gemacht hat.

LL: Wenn Sie jetzt nochmal an die Workshops zurückdenkt, würden Sie sagen, dass Ihre Erwartungen und Ziele, die Sie im Vornhinein hatten, erfüllt worden sind"

MM: Ich habe von den Workshops, die ich besucht habe, auf jeden Fall im Großen und Ganzen sehr profitiert. Ich denke, dass ich das Kollegen auch immer weiterempfehlen würde, sowas zu besuchen.

LL: Aus welchen Gründen würden Sie die Servicestelle LehreLernen weiterempfehlen?

MM: Zum einen, weil es zwischen Dozenten außerhalb von so einem formalen Rahmen relativ wenig Gelegenheit gibt, sich über Lehre auszutauschen. Man braucht sozusagen erstmal einen formalen Rahmen, in dem man die Möglichkeit hat, sich über Lehre auszutauschen. Dabei merkt man, dass die Probleme, die man hat, genau die gleichen sind, wie von allen anderen, egal was sie machen. Zum anderen ist es das Angebot. Bei LehreLernen hat es über die Jahre hinweg eine Ausweitung und auch eine Spezialisierung des Angebotes gegeben. Jetzt sind häufig Workshops dabei, die sehr konkret auf Probleme eingehen, die man auch in seinem Lehralltag hat. Davon profitiert man und weiß genau, wofür man es später einmal brauchen wird.

Das Interview ist gekürzt. Die vollständige Fassung finden Sie in der MP3-Datei hier.

Das Interview führte Josephin Hartmann; Transkription Carlos dos Santos.


 

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